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Fachtagung 2003

"Auf den Flügeln des Gesangs!"

NGL-Szene tagte in Würzburg

Mit 48 Teilnehmern, Textern, Komponisten, Multiplikatoren und Theologen versammelte sich die überdiözesane Fachtagung Anfang März im Würzburger Burkardushaus zu Austausch und Diskussion. Zahlreiche neue Songs und eine handvoll Singspiele bzw. Großproduktionen wurden vorgestellt.

Im Studienteil hatte man sich erstmals das weitläufige Themenspektrum der Musikpsychologie vorgenommen. Dr. Peter Hahnen, Referent für musisch-kulturelle Bildung in der afj ("Arbeitsstelle für Jugendseelsorge") leitete in die Thematik ein: "Die Musiktheologie fokussiert weitgehend auf das, was afrikanische Musiker so treffend papermusic nennen: Textqualität, kompositorischer Gehalt und das Text-Musik Verhältnis, da kennt man sich aus und streitet trefflich drüber. Die so genannte Werkwirklichkeit wird in den Mittelpunkt gestellt. Was Musik ihren Sängerinnen und Sängern aber intrapersonal für die Selbstgestaltgebung und Gewisswerdung der eigenen Identität bedeuten kann, das wird all zu leicht vernachlässigt."

So widmete sich das Plenum in Fachvorträgen und Gruppenarbeit also der neu zu entdeckenden "Hörerwirklichkeit" der Musik und hierzu, so zeigte sich, hat das NGL einiges beizutragen.

Ansgar Menze vom Stadttheater Aachen erläuterte die physiologischen Prozesse des Singens und Musikerlebens. Die psychologische Wirklichkeit der Musik wurde durch die Beiträge von Prof. Dr. Rolf Oerter, Psychologe an der Universität München und Herausgeber mehrerer Standardwerke zum Thema erhellt. Klar zeigte er auf: "Musikerleben ist ein personaler Gestaltungsprozess, der potentieller Bedeutungsträger subjektiver Botschaften ist." Was im so genannten "flow", dem intensiven Musikerlebnis, bei dem Stimme und Stimmung, Raumwirkung und Gemeinschaftserfahrung zusammenklingen, an biografischen Markierungen gesetzt wird, ist letztlich gar nicht hoch genug einzuschätzen."Singen ist personales Darleben mit Anteilen von Kognition, Emotion und Handlungsmotivation. Es formt uns nicht nur, sondern die Sänger formen sich selber mittels des Singens, schaffen sich Lebensräume und Lebensträume", resümierte Tagungsleiter Peter Hahnen.

So wurde deutlich, dass die Musikpsychologie für das Engagement in Liturgie und Kirchenmusik noch viel beitragen könnte, würde der interdisziplinäre Dialog nur stärker gesucht und gepflegt. Die afj wird sich des Themas auch weiter annehmen. Für das Jahr 2004, dann ist Osnabrück vom 27. bis 29. Februar Austragungsort der Fachtagung, wählte man entsprechend das Thema "Musik als Kommunikation".

Weitere Informationen sind erhältlich über Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder Telefon 0211-48476621 (Sekretariat afj-Düsseldorf).

Christoph Jäkel, Borken

 
Initiator
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